Über die ROXY Lockdown Sessions

Mitte März 2020: durch den ersten Corona-Lockdown ist der Kulturbetrieb zum Stillstand gekommen. Viele tausend Veranstaltungen und hunderte Tourneen wurden abgesagt oder mussten in eine ungewisse Zukunft verlegt werden. Das Ulmer Kulturzentrum ROXY ist geschlossen. Musiker:innen, Tänzer:innen und Künstler:innen aus allen Genres und die Agenturen, Veranstalter sowie die unzähligen Freelancer:innen, die hinter den Kulissen arbeiten und die Shows und Tourneen mitgestalten und möglich machen, sind von heute auf morgen auf unbestimmte Zeit ohne Jobs. 

Zeit zu resignieren? Im Gegenteil: wir im ROXY fanden, diese ungewöhnliche Lockdown-Phase muss künstlerisch dokumentiert und in ein bleibendes, möglichst facettenreiches Zeitdokument umgesetzt werden. Also verordneten wir „dem eigenen Team und der Musikszene der Stadt ein Gegengift zur wachsenden Niedergeschlagenheit“ – die ROXY LOCKDOWN SESSIONS.

Dazu luden wir viele bekannte Musiker:innen ins geschlossene ROXY ein, das temporär in ein Aufnahmestudio verwandelt wurde. An vier Tagen im Mai 2020 entstanden hier berührende, live mitgeschnittene Musikaufnahmen, die den Spirit dieser Zeit einfangen und inzwischen auch als limitiertes Vinylalbum erschienen sind. 

Diese Tracks dienten Choreograf:innen, Tänzer:innen und Videokünstler:innen als Basis für vier spannende Tanzvideos. Aus den Filmaufnahmen der Sessions und den Tanzvideos entstand schließlich eine fesselnde 85-minütige Film-Dokumentation, die im September 2020 in Ulm Kinopremiere feierte.  

Diese Webseiten dokumentieren das einmalige Projekt. Uns im ROXY ging es dabei nicht um perfekte Produkte – sondern um den Zusammenhalt und die Unterstützung der Musik- und Veranstaltungsszene, um die Idee und die Message. Die ROXY LOCKDOWN SESSIONS sind daher, wie die Südwest Presse schreibt, „ein Dokument einer dunklen Zeit – aber auch eines dafür, dass Musik auch in der Pandemie Trost spenden und Gemeinschaft schaffen kann.“